Ein Auslandssemester in Mexiko



Mein Auslandssemester in Mexiko habe ich am Tecnológico de Monterrey an der Fakultät Information Technologies & Science von August bis Dezember 2019 absolviert. 

Das Studium und Campusleben

Der Campus ist wunderschön und lässt v.a. für sportlich aktive Studenten kaum Wünsche offen: Fitnessstudio, Schwimmbad, Tennis- und Fußballplätze, Fahrräder zum Fortbewegen auf dem Uni-Gelände, mehrere Bankautomaten, Cafés wie Tim Hortons und Starbucks sowie zahlreiche Imbisse. Besonders gefallen hat mir die Bibliothek mit dem wunderschönen Ausblick auf die Stadt und die Berge von der Dachterrasse. Auch Tiere wie Katzen, Rehe und Pfaue laufen einem auf dem Campus über den Weg und tragen zur Wohlfühlatmosphäre bei. Ich habe viel in Lerngruppen v. a. mit lateinamerikanischen Studenten gearbeitet, so wurden lange Lernsessions auch bis in die Nacht nicht nur erträglich, sondern haben sogar Spaß gemacht. 

Zum Studium: Das System ist sehr schulisch und mit dem Prinzip deutscher Hochschulen nicht zu vergleichen. Ich habe insgesamt drei Master-Kurse auf Englisch belegt: Applied Computing, Computational Intelligence und Inventory Management. Der Unterschied zwischen Anforderungen im Bachelor und Master ist deutlich spürbar. Der Ablauf des Semesters ist jedoch gleich. Es gab regelmäßig Hausaufgaben mit zeitnahen Fristen, die in die Endnote einfließen sowie drei bis vier Klausuren und Projekte. Die meisten Professoren sind internationalen Studenten gegenüber großzügig und verständnisvoll bezüglich Benotung und erklärter, entschuldigter Absenz. Es wird jedoch stets Engagement und Einsatzbereitschaft gefordert.

Die Stadt Monterrey und Umgebung

Monterrey, die drittgrößte Stadt Mexikos mit ca. 4 Millionen Einwohnern, befindet sich im Nordosten Mexikos, ca. 2 Autostunden von der US-amerikanischen Grenze entfernt. Sie ist eine Industriestadt mit entsprechend hoher Luftverschmutzung und repräsentiert die typische temperamentvolle mexikanische Kultur nicht. Schön ist die Berglandschaft, die die Stadt umgibt. Sie eignet sich besonders für Wanderer. Es gibt vereinzelt Sehenswürdigkeiten wie der „Parque Fundidora“ mit einem alten Stahlwerk, weitläufigen Grünflächen und einem künstlich angelegten Kanal. Für Kulturinteressierte eignen sich Besuche in zahlreichen Museen, wie dem MARCO Museum für Kunst sowie weitere Geschichts- und Naturkunde Museen.

Reisen

Durch die Nähe zu der US-amerikanischen Grenze bot sich natürlich eine Reise in die USA an. So besuchten wir das zwischen Austin und San Antonio gelegene Outlet Store, das mit seinen unzähligen Marken-Stores ein Magnet für Bargain-Hunters und wirklich empfehlenswert ist, sowie den Freizeit Park „Six Flags“ in San Antonio! San Antonio und Austin sind sehr sehenswerte Städte. Im Rahmen des ISE-Programms nahm ich an einer Reise zum Playa Mayto an der pazifischen Küste Mexikos teil. Der Name des Reiseziels „Hidden Beach“ war Programm. Wir zelteten direkt an einem Strand fernab von Tourismus und Zivilisation aufgrund der langen Anreise mit dem Bus (ca. 27 Stunden) und der Hitze eine anstrengende, aber tolle Erfahrung in der Gruppe. Ein Muss ist die karibische Küste Mexikos von Cancùn bis Bacalar. So flog ich vor meiner finalen Abreise aus Mexiko nach Cancùn, um von dort aus verschiedene Orte an der Küste wie Playa del Carmen, Tulum und die bekannten Inseln Isla Mujeres und Holbox mit Traumstränden zu bereisen.

Fazit

Insgesamt war der Auslandsaufenthalt im Rahmen meines Masterstudiums eine ganz besondere und prägende Erfahrung in meinem Leben. Ich habe angestrebte persönliche und fachliche Fortschritte erzielen können, viele interessante und herzliche Menschen unterschiedlichster Nationalitäten kennengelernt, andersartige Freundschaften geschlossen und ein temporäres neues zu Hause etablieren können.

Speziell Mexiko kann ich als Zielland für ein Auslandssemester definitiv weiterempfehlen und gleichermaßen das Tecnológico de Monterrey als Partneruniversität. Es gibt umfangreiche Studentenprogramme und je nach Belieben interessante sportliche, kulturelle, gesellschaftliche Aktivitäten – langweilig wird es nie! 

Dem VdF und MWK, die meinen Aufenthalt in der Form ermöglicht haben, danke ich herzlich für die finanzielle Unterstützung und für die Möglichkeit der Umsetzung meiner persönlichen Wünsche und Ziele. Ein ebenso großes Dankeschön richtet sich an das International Office der Hochschule Offenburg, das insbesondere während der Vorbereitung jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung stand!

Erfahrungsbericht von Ina Pollak